Julian OpieWie weit kann man die Gesichtszge eines Menschen vereinfachen, ohne dessen Individualitt preiszugeben? Zum ersten Mal versammelt die Publikation die viel beachteten Portrts des britischen Knstlers Julian Opie von 1997 bis 2002, in denen er die Grenzen der Stilisierung auslotet. Grundlage fr die Portrts sind Fotovorlagen, die der Knstler zunchst einscannt und dann mithilfe eines Computerprogramms umarbeitet. Das Subjekt wird dabei auf charakteristische
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Wie weit kann man die Gesichtszüge eines Menschen vereinfachen, ohne dessen Individualität preiszugeben? Zum ersten Mal versammelt die Publikation die viel beachteten Porträts des britischen Künstlers Julian Opie von 1997 bis 2002, in denen er die Grenzen der Stilisierung auslotet. Grundlage für die Porträts sind Fotovorlagen, die der Künstler zunächst einscannt und dann mithilfe eines Computerprogramms umarbeitet. Das Subjekt wird dabei auf charakteristische Eigenarten der Physiognomie reduziert, Details werden vergröbert. Mit den schwarzen Konturlinien, farbig monochromen Hintergründen sowie Punkt- und Strichkürzel für Augen, Nase und Mund erinnern die Porträts an Comic-Figuren oder auch an Firmenlogos - es scheint, als habe Julian Opie für jeden Porträtierten ein individuelles »corporate logo« geschaffen. Die meisten Porträts stammen von unbekannten Personen aus dem persönlichen Umfeld von Opie, in einigen Auftragsarbeiten porträtierte er auch Prominente. Jedoch verlieren die Stars mit ihrem individuellen Selbst ihre glamouröse Aura - und werden zu bloßen Namen mit einer Funktion: Kate, model, oder Jacques, racing driver. Zum Künstler: Julian Opie *1958 in London. 1979-1982 Studium an der Goldsmith's School of Art, London. 1995 Sargant Fellowship der British School in Rom. 1995/96 Stipendium des Atelier Calder in Saché, Frankreich. Zahlreiche Ausstellungen in renommierten Gallerien und Museen, darunter 1987 documenta 8 in Kassel, 1993 Biennale Venedig, 1999 Lenbachhaus München, 2000 Tate Britain, London. Lebt und arbeitet in London.